Orientierungslauf in Deutschland


Nachruf Manfred Rittweger

An 23. April verstarb Manfred Rittweger nach schwerer Krankheit. Der Erfurter war einer der ältesten Orientierungsläufer Deutschlands. Trotz des fortgeschrittenen Alters setzte sich der Vollblutsportler über viele Jahre für den Orientierungslauf ein.

Manfred Rittweger mit der palästinensischen Jugendläufergruppe in Jericho beim ersten OL-Training.
Manfred Rittweger mit der palästinensischen Jugendläufergruppe in Jericho beim ersten OL-Training.

Als Sportlehrer war er jahrelang an der Universität Erfurt tätig und trainierte später auch Hammerwerfer. 1936 begann er mit dem Wettkampfsport im Drei-, Fünf- und Zehnkampf und wandte sich im Alter von 50 Jahren dem Orientierungslauf zu. 1997, im Alter von 70 Jahren, wurde er Deutscher Meister in den Sportarten Leichtathletik, Orientierungslauf und Rasenkraftsport. In allen drei Sportarten war er bis zum Ausbruch seiner schweren Krankheit national und international aktiv, speziell im Rasenkraftsport und im Hammerwerfen wurde er mehrfach Weltmeister.

1993 ebnete er für deutsche Orientierungsläufer die OL-Wege nach Israel und war maßgeblich an der sprunghaften Entwicklung des israelischen OL beteiligt. Zusammen mit Peo Bengtsson und Bernd Wollenberg bereiste er so unzählige OL-Länder, die bis vor 3 Jahren in irgendeiner Form OL anboten. So war er beim allerersten internationalen OL in China dabei, eroberte Macao, Hongkong, Neuseeland, Australien, Kanada, die USA aber auch diverse Gebiete der damaligen Sowjetunion, noch vor Öffnung aller Grenzen. Die letzte OL-Entwicklungshilfe leistete er in Palästina und Jordanien - und immer hatte Manfred trotz seines voranschreitenden Alters mit dann schon über 80 noch so manch gute Idee an den Tag gebracht.

Er fehlte uns schon seit Ausbruch seiner schweren Krankheit - und wenn
er zum Schluss keinen mehr von uns erkannte, wir vermissen ihn!


Autor: Bernd Wollenberg
Eingestellt am 27.04.2012

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