Orientierungslauf in Deutschland


Lang, länger, Ultralang – schwere und verkratzte Beine

2008 fand das besonders harte Wettkampfformat im sächsischen Altenberg in den Junioren- und Eliteklassen zuletzt als Meisterschaft statt. Am Sonnabend kämpften im als Massenstartrennen ausgetragenen Ultralang-OL immerhin über 450 deutsche OLer um Platzierungen, BRL-Punkte und das Durchkommen auf den Bahnen ihrer Altersklassen. Die Besten in der Elite waren bei den Bestenkämpfen die für den DJK Adler Bottrop laufende Esther Doetsch sowie Titelverteidiger Sören Lösch vom USV Jena. Das Wochenende galt als 2. EM-Sichtung.

Massenstart zur Ultralang
Massenstart zur Ultralang  Foto: MTV Seesen

Der angekündigte Massenstart im großen Stil fand nach Regenschauern eindrucksvoll mit Blick auf Seesen statt. Die Veranstalter hatten genügend Lösch- und Prüfstationen für die 459 OLer aufgestellt. Ein sogenannter Schmetterling mit 3 Flügeln sorgte in der HE nach den ersten 3 km für weitere Trennung des 15 Mann starken Feldes. Auf kurze Passagen folgten lange, spannende Routenwahlenaufgaben. Ein 3-km-Schlag, den einige Klassen zu absolvieren hatten, bot die Wahl zwischen dem weiten Umlaufen am WKZ vorbei oder dem direkten Quergehen mit steilen Anstiegen durch einige der tiefen Taleinschnitte. Zeitlich nahmen die Routen sich schließlich wenig. Viele Läufer kämpften bis zum Schluss auf Sichtkontakt. Einige nahmen sich aber beim Lochen des falschen Endpostens aus der Wertung. Andere mussten sich den langen Strecken mit Krämpfen oder sehr erschöpft geschlagen geben.

Sören Lösch siegt am Samstag in der Herren-Elite.
Sören Lösch siegt am Samstag in der Herren-Elite.  Foto: MTV Seesen

Nach 2 Stunden erreichte Esther Doetsch als Erste der Damen-Elite das Ziel, gefolgt von Anne Heinemann und Elisabeth Ansorge (beide SV Robotron Dresden). Nach einer weiteren halben Stunde lief Sören Lösch als 1. Eliteherr über die Ziellinie, reichlich 3 min später Wieland Kundisch (USV TU Dresden). Beide waren beim Kartenwechsel nach 100 min gleich auf gewesen. Etwas mehr als 2 min nach Wieland sicherte sich Sebastian Bergmann vom SV TU Ilmenau den 3. Rang. Die Siegerehrung erfolgte günstig für die entkräfteten Läufer im Massenlager.

Die Mitteldistanz als Bundesranglistenlauf zog sich einmal mehr durch den Hochwald, den allerdings dichte und dornige Stellen durchzogen. An den teils detailreichen Hängen war exaktes Anlaufen der Posten gefragt. In der DE kam wiederum Esther Doetsch gut und mit über 5 min Vorsprung am schnellsten damit zurecht. Auf den 2. Platz gelang die Juniorin Susen Lösch (USV Jena), den 3. belegte Caroline Hoffmann vom Ski-Club Helsa.

Esther Doetsch gewinnt zur DBK-Ultra die Damen-Elite (Archivbild).
Esther Doetsch gewinnt zur DBK-Ultra die Damen-Elite (Archivbild).  Foto: Daniel Härtelt

In der HE blieb es bis zum Ende spannend: Christoph Brandt, der am Vortag trotz gesundheitlicher Einschränkungen die H21 AK deutlich gewann, setzte eine starke Bestzeit. An die kam der nach ihm gestartete Wieland Kundisch mit 4 min Rückstand lange nicht ran, aber dieser übernahm, wenn auch knapp, die 2. Position. Schlussstarter Christian Teich vom SSV Planeta Radebeul, der am Sonnabend arbeitend nicht antreten konnte, kam mit 18 Sekunden Rückstand auf seinen Vereinskameraden Christoph zum Funk- und Sichtposten und verringerte diese Zeit noch auf 12 Sekunden im Ziel.

Nachdem die ausdauernsten Läufer am Sonnabend im Wald einen heftigen Sturm erlebt hatten, blieb der Himmel sonntags zwar bedeckt, aber die Wolken hielten während des Wettkampfes dicht. Beim typischen Aprilwetter kapitulierten auch einige Vereinszelte.

Wettkampfleiter Detlev Friedrichs zeigte sich positiv überrascht über die hohe Meldezahl, nachdem der MTV Seesen die DBK Ultralang relativ kurzfristig übernommen hatte, um ihre diesjährige Austragung zu sichern. Sein Sohn und Nationalläufer Bjarne Friedrichs sorgte für abwechslungsreiche Bahnen im recht steilen Vorharzwald.

Drei Sprecher gaben dem Wettkampf eine meisterliche Note. Dieser war auch ein Test für das Großereignis Senioren-WM Anfang Juli im Harz. Auf das dieses so gelingt wie die Ultralang - bei ungetrübtem Sonnenschein!

Ergebnisse DBK-Ultralang


Damen-Elite; 13,1 km; 650 Hm; 16 P

1. Doetsch, Esther	DJK Adler Bottrop	120:58 min
2. Heinemann, Anne SV Robotron Dresden 125:56 min
3. Ansorge, Elisabeth SV Robotron Dresden 146:09 min


Herren-Elite; 20 km; 1080 Hm, 35 P

1. Lösch, Sören		USV Jena		151:10 min
2. Kundisch, Wieland USV TU Dresden 154:23 min
3. Bergmann, Sebastian SV TU Ilmenau 156:37 min


Ergebnisse BRL-Mitteldistanz


Damen-Elite; 5,1 km; 200 Hm; 21 P

1. Doetsch, Esther	DJK Adler Bottrop	43:53 min
2. Lösch, Susen USV Jena 49:30 min
3. Hoffmann, Caroline Ski-Club Helsa 51:19 min


Herren-Elite; 5,8 km; 260 Hm, 22 P

1. Brandt, Christoph	SSV Planeta Radebeul	38:23 min
2. Teich, Christian SSV Planeta Radebeul 38:35 min
3. Kundisch, Wieland USV TU Dresden 42:27 min


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Autor: Wieland Kundisch  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 23.04.2012

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