Orientierungslauf in Deutschland


Ein kurzer Winter und ein kurzes Trainingslager

Samstagmorgen 6:45 Uhr: Während jeder normale Mensch im Bett lag und selig vor sich hin schlummerte, erwachte ein Häuschen ein paar Kilometer südlich von Coburg zum Leben. Die meisten waren wahrscheinlich noch im Tiefschlaf als wir ein paar Minuten über die Felder hoppelten, um wach zu werden.

Lauftest im Schnee
Lauftest im Schnee  Foto: Nationalteam

Aber spätestens zum Frühstück waren alle voll da, denn das bereitete der Privatkoch von der TU Dresden. Achims Essen ist für ein Sportwochenende, einfach super!

Natürlich standen auch ein paar theoretische Einheiten auf dem Plan. Passend zum Jahresanfang ging es um Motivation. Nach dem Vortrag wussten wir nun alles Theoretische über Motivation und das wurde auch direkt auf die Probe gestellt. Die Lust auf einen 3000m-Test ist nie besonders hoch, doch wenn es schneit, dann sinkt sie unter den Gefrierpunkt. Doch wir haben gelernt, wir sollen uns davon keine Energie rauben lassen. Stattdessen sollen wir die Situation oder unsere Einstellung ändern oder einfach gehen. Da man das Wetter schlecht ändern kann und eine Laufhalle nicht in Sicht war und wir für einfach gehen zu stolz sind blieb uns nur unsere Einstellung zu ändern und um jede Sekunde und jeden Zentimeter zu kämpfen. Der Schneesturm blies gegen uns an, doch das war uns total egal. Beim warm machen noch mit Skibrille, wurde beim richtigen Test eben die "Augen zu und durch"-Taktik angewendet.

Karte und Bahn zum Technik-OL
Karte und Bahn zum Technik-OL  Foto: TV Coburg-Neusses

So kamen wir alle voller Stolz uns durch den Schnee gekämpft zu haben ins Ziel.

Ein weiterer Vortrag informierte uns über das Thema Anti-Doping. Da der OL eher eine Randsportart ist, steht dieses Thema bei uns zum Glück nicht so im Vordergrund, doch man sollte als Leistungssportler trotzdem gut darüber informiert sein.

Da man an einem Wochenende nicht so viel Zeit hat, haben die Trainer einfach alle wichtigen Technikeinheiten in das Training am Samstagnachmittag gepackt. Auf jeden Fall eine sehr effektive Art seine Stärken und Schwächen zu erkennen. z.B., dass selbst der Weg zum Start manchmal sehr kompliziert sein kann. Wahrscheinlich stand auch jeder bei diesem Lauf irgendwann im tief verschneiten "Blaubeerparadies", hatte keinen Plan mehr und nasse Füße, wollte unter die warme Dusche und hätte am liebsten einfach aufgehört. Doch die Motivationstheorie sagt: gejammert wird nicht! Also haben alle durchgehalten und sind heil im Ziel angekommen.
Und zu Hause gab es dann auch eine warme Dusche, wenn man sich für die richtige Etage entschied...

Das nahrhafte Abendessen von Achim bildete jedoch noch längst nicht den Abschluss des Tages. Wir fuhren noch in die Turnhalle, wo wir uns mal mit anderen Sportarten beschäftigten. Am Ende waren wir dann auch ganz schön kaputt.

Sprint in Coburg
Sprint in Coburg  Foto: TV Coburg-Neusses

Dann ab ins Bettchen, denn am nächsten Morgen 6:45 Uhr begann alles wieder von vorn...

Nach dem Wachlaufen und dem Frühstück fuhren wir in die Innenstadt von Coburg. Bei der DM Sprint kämpften bekanntermaßen alle mit der großen Hitze. Von der war am Sonntag nichts zu spüren. Lange Kleidung und eine Mütze auf dem Kopf waren wirklich nicht schlecht. Die Sprintbahn war höchst interessant. Jedenfalls dauerte die Auswertung um die schnellste und schlauste Route ganz schön lange. Auch, dass wir schon zur DM Sprint auf der Karte gelaufen sind, war kein Problem. So konnte man sich wenigstens die Fehlerstellen von damals noch einmal angucken und nicht den gleichen Fehler machen. Das Training war super, vor allen Dingen, weil der Schnee weg war, aber wie hieß es doch gleich? Gejammert wird nicht!


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Bilder Kader Kick-off

Autor: Susen Lösch
Eingestellt am 30.01.2012

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