Orientierungslauf in Deutschland


Friedrichs kämpft sich über Hammerbahn

Die Langdistanz bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Frankreich war alles, aber garantiert nicht anspruchslos. Es schien fast, als ob die reinen Bahndaten und das schwer belaufbare Gelände nicht genug waren – Hitze und eine maximale Dosis Sonnenstrahlung kamen hinzu. Bjarne Friedrichs zog sich bei seinem ersten Finalstart bei Weltmeisterschaften achtbar aus der Affäre.

Bjarne Friedrichs erschöpft beim Zieleinlauf.
Bjarne Friedrichs erschöpft beim Zieleinlauf.  Foto: Fred Härtelt

Die Sieger kamen bei diesem Rennen erwartungsgemäß aus anderen Ländern. Wie anspruchsvoll das Gelände in La Féclaz wirklich war, offenbarte sich gleich nach dem Start einer der Favoriten in der Damenkonkurrenz. Die Finnin Minna Kauppi suchte den ersten Posten unter entsetzter Beobachtung der Betreuer und zahlreicher Zuschauer über die Videoleinwand so lange, bis sie irgendwann entnervt aufgab und das Rennen beendete. Das gleiche Missgeschick passierte den erneut stark auftrumpfenden Schwedinnen natürlich nicht. Wie ein Uhrwerk arbeitete sich Annika Billstam über die Bahn und baute kontinuierlich ihren Vorsprung auf die zweitplatzierte Dana Brozkova (Tschechien) aus. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam auch Helena Jansson immer besser ins Rennen, konnte sich daher in der Endabrechnung über die Bronzemedaille freuen.

Weltmeisterin Annika Billstam
Weltmeisterin Annika Billstam  Foto: Fred Härtelt

In der Herrenentscheidung gab es die langersehnte Goldmedaille für Thierry Gueorgiou (Frankreich). Mit gebührendem Abstand folgte der Finne Pasi Ikonen. François Gonon profitierte nach einem großen Fehler am Anfang des Rennens vom Landsmann und späteren Weltmeister und lief in dessen Sog bis zum Schluss der Strecke mit. Auch wenn der Sieg des französischen Ausnahmeläufers Gueorgiou klar und auch erwartet war, so zeigte sich im Ziel doch, dass auch für ihn an diesem Tag nicht alles optimal lief. Der nun einzige männliche Orientierungsläufer, der bei Weltmeisterschaften alle Einzeldisziplinen gewinnen konnte, klagte über den ungewohnten Kampf beim Ablaufen der Bahn. Das waren sicher Äußerungen, über die der deutsche Starter Bjarne Friedrichs nur müde lächeln konnte.

Der Seesener Student war nach der zu lang konzipierten Bahn im Ziel sichtlich erschöpft, zeigte sich aber zufrieden die Tortur ohne größere Fehler überstanden zu haben. Am 12. Posten hatte Friedrichs bereits einen Rückstand von 22 Minuten, den er sich nach kurzer Auswertung aber selber noch nicht erklären konnte. Im weiteren Verlauf verlor er im sehr schwer belaufbaren Gelände kontinuierlich Zeit auf die Spitze. Vor allem der Schlussteil der knapp 16 km langen Bahn forderte gegen Ende alle Reserven. Dort war zusätzlich zum maximalen physischen Anspruch noch mal die technische Komponente gefordert. Diesen Teil absolvierte der Deutsche aber noch mit dem entsprechend klaren Kopf. Nicht wenige andere Läufer, wie auch der entthronte Norweger Olav Lundanes, ließen dort noch einmal richtig Zeit liegen.

Thierry Gueorgiou am Ziel seiner Träume.
Thierry Gueorgiou am Ziel seiner Träume.  Foto: Fred Härtelt

Der nächste Wettkampf bei diesen Weltmeisterschaften ist die Mitteldistanz. Diese wird ohne deutsche Läufer am Freitag in La Féclaz ausgetragen. Die deutsche Männerstaffel greift zum Abschluss der WM am Samstag wieder ins Geschehen ein.

Ergebnisse


Damen

1. Billstam, Annika		SWE		1:22:26 min
2. Brozkova, Dana CZE 1:26:54 min
3. Jansson, Helena SWE 1:29:55 min






Herren

1. Gueorgiou, Thierry		FRA		1:47:29 min
2. Ikonen, Pasi FIN 1:51:56 min
3. Gonon, François FRA 1:53:35 min
41. Friedrichs, Bjarne GER 2:29:32 min


Mehr:
Homepage WM in Frankreich - Liveabschnitt
Karte Finale Langdistanz Herren A
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Autor: Daniel Härtelt  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 17.08.2011

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