Orientierungslauf in Deutschland


Skandinavier dominieren beim Uslarer Fünf-Tage-OL

Eine Woche lang bestimmten bis zum 17. Juli 350 Orientierungsläufer aus zwölf Nationen das Bild im sonst eher beschaulichen 500-Seelen-Köhlerdorfs Delliehausen. Der OLV Uslar war in den Wäldern rund um den Ort Ausrichter des sechsten Uslarer Fünf-Tage-Orientierungslaufes, bei dem vor allem Athleten aus Skandinavien vordere Plätze belegten.

Im Ziel: Auf der zweiten Etappe mussten etliche Höhenmeter auf den Kursen bewältigt werden.
Im Ziel: Auf der zweiten Etappe mussten etliche Höhenmeter auf den Kursen bewältigt werden.  Foto: OLV Uslar

Den Orientierungsläufern aus den Nordländern Dänemark, Schweden und Norwegen lagen die Strukturen des Mittelgebirgswaldes im Solling offenbar sehr gut. „In etlichen Altersklassen siegten die Läuferinnen und Läufer als Nachkommen der Wikinger „, freute sich Werner Drese vom Vorstand des ausrichtenden OLV Uslar. Die erwachsenen Aktiven des gastgebenden Vereins liefen aus Fairnesgründen nicht mit und hatten mit der Organisation des Mehrtageslaufes in den Wäldern alle Hände voll zu tun. Sieger in der Hauptklasse der Männer auf der Laufstrecke H 21 A (lang) wurde der frühere Göttinger Student Christoph Hofmeister, der für den MTK Bad Harzburg startet. Er hatte nach vier Etappen mit unterschiedlichen Anforderungen die beste Zeit und lief folglich am Sonntag beim Jagdstart als Erster los. Über die gesamte Strecke am Hengstrücken baute er seinen Vorsprung aus und hatte knapp sechs Minuten Vorsprung auf Sören Riechers von der Bielefelder TG. Beste Läuferin in der Damen-Hauptklasse D 21 A (lang) wurde nach fünf Lauftagen Monika Depta von der OLG Siegerland. Sie hatte fast 86 Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Jennifer Warg vom SZ Wiesbaden.

Konzentration im Startaugenblick: Ein genauer Blick auf die Laufkarte erleichtert die Orientierung im Wald.
Konzentration im Startaugenblick: Ein genauer Blick auf die Laufkarte erleichtert die Orientierung im Wald.  Foto: OLV Uslar

In fast allen anderen Altersklassen von den Schülern bis zu den Seniorinnen und Senioren in D und H 70 hatten die Skandinavier die Nase vorn. Der dänische Verein OK Gorm war mit über 30 Orientierungsläufern angereist und sicherte sich viele Podestplätze. Andere Sportler kamen aus Norwegen, Finnland, Schweden, Italien, Großbritannien, Irland, Belgien, Rumänien den Niederlanden und der Schweiz. Bei der sechsten Auflage der Uslarer Mehrtageläufe in der Mitte Deutschlands war der bundesweit zu beobachtende demografische Wandel ebenfalls zu spüren: "Die Altersklassen ab D/H 50 waren besonders stark vertreten", sagte OLV-Vorsitzender Jürgen Dumnitz als Gesamtleiter des Mehrtagelaufes. Die nächste Auflage soll es vermutlich im Sommer 2016 in Uslar geben. "Es gab etliche Nachfragen der OLer, die den Uslarer Fünf-Tage-Lauf oft schon seit Jahren fest im Terminkalender notiert haben", so der OLV-Chef.

Besprechung nach dem Lauf: Diese beiden Läuferinnen sprechen über ihre Routenwahl im Wald.
Besprechung nach dem Lauf: Diese beiden Läuferinnen sprechen über ihre Routenwahl im Wald.  Foto: OLV Uslar

Zur Erschwernis wurde für die Orientierungsläufer diesmal das Wetter: Während am ersten Lauftag hochsommerliche Temperaturen herrschten, sorgten an zwei anderen Tagen Regenschauer für Behinderungen auf den Strecken mit starkem Unterwuchs. Zwei Tage blieben regenfrei und wurden bei optimalen Lauftemperaturen gestartet. Im Regen wurde der Lauf vor allem für Kinder und die Läufer in den Seniorenklassen zum rutschigen Abenteuer an den steilen Hängen des Sollingwaldes. Drei Etappen wurden vom örtlichen Sportplatz aus auf der westlichen Seite unweit eines kleinen Sees gestartet. Da machten vor allem neue Schneisen nach den jüngsten Holzeinschlägen ein genaues Orientieren anhand der speziellen OL-Karten von OLV-Kartenzeichner Stephan Schliebener nötig.

Die Skandinavier stellten einen Großteil der Teilnehmer beim Mehrtage-OL in der Ferienregion Uslarer Land. „Das Laufen im Solling-Mittelgebirge kommt bei den Athleten aus dem Norden besonders gut an“, freute sich Schliebener als sportlicher Leiter des Mehrtagelaufes.


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Autor: Jürgen Dumnitz
Eingestellt am 22.07.2011

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