Orientierungslauf in Deutschland


Bayern erobert Platz 2 beim Alpen-Adria-Cup

Die bayerische Auswahl hat beim Alpen-Adria-Cup zum ersten Mal den zweiten Platz belegt. Das Alpen-Adria-Team Bayern erreichte somit bei den Wettkämpfen in Rijeka (Kroatien) seine bislang beste Platzierung beim internationalen Ländervergleichskampf. Die insgesamt vier Wettbewerbe innerhalb von drei Tagen waren vor allem gekennzeichnet durch orientierungstechnisch anspruchsvolles Gelände und schwere Bahnen.

Logo Alpen-Adria-Cup 2011
Logo Alpen-Adria-Cup 2011

Den Auftakt bildete der Staffellauf im auf über 1100 m Höhe gelegenen Skiort Platak oberhalb der adriatischen Küstenstadt Rijeka. Das Rennen im bergigen, durch Fels- und Geröllfelder, sowie teils dichten Bewuchs schwer belaufbaren Laubwaldgelände war charakterisiert durch ungewöhnlich viele Orientierungsfehler selbst der Spitzenläufer. Insbesondere in den verkarsteten Bereichen mit ihrem feinen Negativrelief war genaues Kartenlesen erforderlich. Für die Alpen-Adria-Wertung zählten nur die beiden Hauptklassen bei Damen und Herren. Während das erste bayerische Damenteam mit Anna Schöps, Bettina Schlaefke und Britta Meißner den möglichen Podestplatz noch aus der Hand gab und beim Sieg des Teams aus Baranya (Ungarn) Sechste wurde, lief die erste Herrenstaffel ein tolles Rennen und holte nach einer Aufholjagd und einer starken taktischen Leistung in der Besetzung Markus Kautz, Teodor Yordanov und Ralph Körner die Silbermedaille hinter dem siegreichen Team aus Veneto (Italien). Siegreich war zudem die bayerische H16-Staffel mit Lukas Janischowsky, Wolfram Pohl und Fabian Janischowsky.

Das bayerische Alpen-Adria-Team 2011
Das bayerische Alpen-Adria-Team 2011

Die Langdistanz fand im selben Gelände wie die Staffel statt. Während auf Meereshöhe angenehme 25 Grad herrschten, dominierte im Wettkampfgelände in Platak der Nebel bei nass-kühlen 15 Grad. Die schlechte Sicht machte die von Feinorientierung und Routenwahlen gleichermaßen bestimmte Langdistanz noch etwas schwieriger. Die besten bayerischen Platzierungen in den Alpen-Adria-Kategorien (D/H 18, 21E und 35) gelangen Bettina Schlaefke als Zweite in der Damenelite, Valtteri Kolehmainen als Dritter in H 18 und Teodor Yordanov als Vierter in der Herrenelite, wo die Weltranglistenwertung aufgrund eines falsch stehenden Postens anulliert werden musste. In den übrigen Kategorien konnten Riccardo Casanova in H 12 und Lukas Janischowsky in H 14 Tagessiege verbuchen, Fabian Janischowsky wurde Dritter in H 16.

Nicht für die Länderwertung zählte der Abendsprint in der historischen Altstadt von Rijeka. Doch auch bei der Postenjagd durch die verwinkelten Gassen gab es durch Laura Späth in D 20, Milena Grifoni in D 35 und Klemens Janischowsky in H 45 drei Bronzemedaillen für Bayern zu bejubeln.

Ausschnitt aus der H21E-Bahn der Mitteldistanz
Ausschnitt aus der H21E-Bahn der Mitteldistanz

Ein über die Maßen schweres Gelände war bereits im Vorfeld für das abschließende Mitteldistanz-Rennen angekündigt worden. Der Wald nahe dem Burgstädtchen Kastav entsprach sowohl hinsichtlich der orientierungstechnischen Ansprüche als auch bei der Belaufbarkeit den Erwartungen bzw. Befürchtungen der Teilnehmer. Ein Morgengewitter mit Platzregen und ein vermisster Postensetzer (er kam wohlbehalten wieder zurück) führten zu einer Startverschiebung von einer Stunde. Das Gelände bestand gefühlt aus einem einzigen Geröllfeld, in dem Laufen nahezu unmöglich war. Das Nutzen der wenigen, nur schwer erkennbaren Pfade war meistens Trumpf. Ebenso war genaues Mitorientieren auf der teils schwer lesbaren Karte unabdingbar, um sich nicht für mehrere Minuten in den teils undurchdringlichen Dickichten oder den zahlreichen Felsspalten zu verlieren. Auch der Schlussabschnitt in den verwinkelten Gassen von Kastav erforderte ständigen Kartenkontakt. Bestens mit dem Gelände zurecht kam Ralph Körner, der in der Herrenelite spät startend eine nicht mehr erwartete Bestzeit lief und damit den Weltranglistenlauf gewann. Während die meisten deutschen Teilnehmer wie so viele Starter über viele Fehler klagten, präsentierte sich der männliche Nachwuchs stark: Valtteri Kolehmainen lief in H 18 erneut auf Platz drei, Fabian Janischowsky und Wolfram Pohl landeten in H 16 einen Doppelsieg, Lukas Janischowsky in H 14 und Riccardo Casanova in H 12 waren erneut siegreich. Dritter wurde zudem Ari Kolehmainen in H 45.

In der Addition als Lang- und Mitteldistanz stellte Bayern mit Riccardo Casanova, Lukas Janischowsky, Fabian Janischowsky und Valtteri Kolehmainen in den Kategorien H 12 bis H 18 jeweils die Gesamtsieger. Wolfram Pohl wurde zudem Dritter in H 16. Ralph Körner konnte sich durch seinen Mitteldistanz-Tagessieg noch auf den Bronzeplatz der Herrenelite schieben.

Mehrere Spitzenresultate und zahlreiche stabile Mittelfeldplatzierungen brachten dem bayerischen Team viele wichtige Punkte, so dass das Team mit 236 Punkten hinter dem erstmals siegreichen Team aus dem Veneto (254 Punkte) den zweiten Platz unter den elf angetretenen Regionen erreichte, nur einen Punkt vor der drittplatzierten Steiermark.

Im kommenden Jahr wird der Alpen-Adria-Cup erstmals in Kärnten stattfinden. Austragungsort im September 2012 wird Arnoldstein am Dreiländereck Österreich-Italien-Slowenien sein, wo in diesem Jahr bereits der Junior European Cup (JEC) ausgetragen wird.


Mehr:
Ergebnisse Alpen-Adria-Cup 2011 in Rijeka
Homepage Alpe Adria Orienteering Group
Infos zum Alpen-Adria-Cup auf der bayerischen OL-Seite

Autor: Ralph Körner  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 20.06.2011

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