Orientierungslauf in Deutschland


Brandt und Depta siegen in den "Werbelliner Höhen"

Christoph Brandt (SSV Planeta Radebeul) und Monika Depta (OLG Siegerland) heißen die neuen Deutschen Meister über die Mitteldistanz. Beide setzten sich in einem technisch anspruchsvollen Wettkampf am Ufer des Werbellinsees in Brandenburg nördlich von Berlin gegenüber der Konkurrenz durch. Über 600 Athleten waren bei bestem Wetter beim zweiten Meisterschaftswochenende der Saison am Start.

Logo der Veranstaltung
Logo der Veranstaltung  Foto: TOLF Berlin

Insbesondere die auch als World Ranking Event gewerteten Elite-Meisterschaftsbahnen hatten für eine Mitteldistanz ungewöhnlich viele Posten. Dafür erforderte die orientierungstechnische Schwierigkeit permanente Konzentration, nur selten konnten sich die Wettkämpfer auf einer längeren Passage durch die gut belaufbaren Kiefern- und Buchenhochwälder "entspannen", bevor im nächsten der zahlreichen Postennester erneut diffizile Feinorientierung bei hohem Tempo wartete.

Bei den Damen kam die Favoritin Monika Depta mit den Bedingungen am besten zurecht und siegte mit fast fünf Minuten Vorsprung deutlich. Dahinter sorgte Juniorenläuferin Anna Biller (SV Mietraching) nach ihrem guten Rennen beim anullierten Sprintfinale in Coburg erneut für ein Ausrufezeichen und sicherte sich die Silbermedaille, knapp gefolgt von Anne Heinemann (SV Robotron Dresden). Eine starke Leistung auf der gleichen Bahn zeigte Juniorinnen-Siegerin Susen Lösch (USV Jena) mit der zweitbesten Tageszeit.

Das Podest der Herrenelite (v.l.): Sören Lösch (Silber), Christoph Brandt (Gold), Bjarne Friedrichs (Bronze).
Das Podest der Herrenelite (v.l.): Sören Lösch (Silber), Christoph Brandt (Gold), Bjarne Friedrichs (Bronze).  Foto: Steffen Lösch

In der Herrenklasse klagte Sieger Christoph Brandt wie alle Teilnehmer über zahlreiche Fehler. Dennoch kam er deutlich am besten über die mit 26 Posten gespickte Bahn und sammelte sogar zwei seiner vor ihm gestarteten Mitkonkurrenten ein. Die Silbermedaille erlief sich mit rund einer Minute Rückstand Sören Lösch (USV Jena), eine weitere Minute dahinter rangiert Bronzemedaillengewinner Bjarne Friedrichs (MTV Seesen). Für Juniorensieger Christoph Prunsche (TUS Lübbecke) hätte es in der Elite für den siebten Platz gereicht.

Als gelungenes Experiment kann man den Sprint-OL am Spätnachmittag im Anschluss an die DM bezeichnen. Zum "Schweizer Flachsprint-OL" - benannt nach dem schweizer Kartenzeichner und Bahnleger - gingen über 200 Teilnehmer an den Start. Abwechslungsreiche Bahnen durch das Areal des EJB Werbellinsee, in dem zum wiederholten Male das Wettkampfzentrum einer Deutschen Meisterschaft untergebracht war, sorgten für einen schönen Abschluss des Wettkampftages.

Ausschnitt der DM-Bahnen der Damenelite (oben) und Herrenelite (unten).
Ausschnitt der DM-Bahnen der Damenelite (oben) und Herrenelite (unten).  Foto: TOLF Berlin

Am Tag darauf wartete der 13. Elchpokal-OL als Bundesranglistenlauf im Gelände der DM Ultralang von 2006 auf die Wettkämpfer. Die Langdistanz war geprägt von einem Wechsel aus langen und kurzen Postenverbindungen, bevor am Ende zahlreiche kürzere Passagen nochmals höchste Konzentration forderten. Im sanft hügeligen, eiszeitlich geprägten Relief wurde der Laufrhythmus lediglich hie und da von steilen, aber nur kurzen Anstiegen unterbrochen.

Bei den Herren, wo die Top 3 des Vortages bereits geschlossen zum WM-Vorbereitungstrainingslager nach Frankreich weitergereist war, zeigte der Vortages-Vierte Christian Teich (SSV Planeta Radebeul) seine Klasse und gewann mit über neun Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz deutlich. In der Damenelite bestätigte Jugendläuferin Susen Lösch mit dem knappen Tagessieg ihre gute Form und ihr großes Potenzial.


Mehr:
Homepage des Meisterschaftswochenendes
Ergebnisse DM Mitteldistanz
Ergebnisse Bundesranglistenlauf

Autor: Ralph Körner  (Team für Öffentlichkeitsarbeit)
Eingestellt am 30.05.2011

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