Orientierungslauf in Deutschland


Wissenswertes zur Weltrangliste

Aktuell heißen die besten deutschen Platzierten in der Weltrangliste Karin Schmalfeld und Leif Bader. Karin gewann 2010 neben den nationalen Weltranglistenläufen auch einen Weltranglistenlauf in Tirol gegen starke internationale Konkurrenz. In diesem Artikel soll näher auf die Rangliste, die Berechnung und den Sinn dieser eingegangen werden.

IOF Logo
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Die Weltrangliste existiert in dieser Form bereits seit dem Jahr 2000 und wird jahresübergreifend ununterbrochen fortgeführt. In jedem IOF-Mitgliedsverband dürfen bis zu drei Weltranglistenläufe (WRE) pro Jahr stattfinden. Hinzu kommen die Vor- und Finalläufe bei Welt-, Europa- und anderen Kontinentalmeisterschaften, alle Weltcupläufe, sowie weitere als "IOF Regional Championships" anerkannte Veranstaltungen, wie beispielsweise die Nordischen Meisterschaften, die Iberischen Meisterschaften oder der Alpen-Adria-Cup. All diese Events beeinflussen das Kontingent von drei Läufen je Land nicht.

Als Weltranglistenlauf ausgelaufen werden die Elitekategorien – also die höchstwertigen Wettkampfklassen der jeweiligen Veranstaltung. Anders als beim Weltcup kann bei Weltranglistenläufen theoretisch jeder laufen, der die Elitebahn zu bewältigen in der Lage ist. Bestandteil der Weltrangliste sind sowohl Läufe über die Lang-, die Mittel- und die Sprintdistanz, sowie vereinzelt auch über die Ultralangdistanz. In diesem Jahr zählten in Deutschland die Langdistanz beim Ostsee-OL, der BRL nach der DM Sprint, sowie die DM Mittel als Weltranglistenläufe.

Patrick Hofmeister bei der WM 2009
Patrick Hofmeister bei der WM 2009

Die Punktvergabe bei WREs erfolgt ähnlich wie bei der Bundesrangliste, abhängig vom Wettkampfwert, der sich aus der Stärke des Teilnehmerfeldes ergibt, und von den Laufzeiten. Die Weltspitze holt hohe 1400er Punktzahlen, die besten deutschen Teilnehmer rund 1200 Zähler.

Jeder Läufer kann die vier besten Ergebnisse aus den vergangenen zwölf Monaten in die Wertung einbringen. Die Summe dieser vier Punktwerte ergibt den aktuellen Punktestand. Zum 1. Januar eines jeden Jahres werden die Punkte ausgehend von einer Reihe von Fixwerten umbasiert und neu gemittelt, bleiben dem Läufer aber in dieser Form bis zum Ablauf der zwölf Monate erhalten.

Die Weltklasseläufer weisen derzeit bei den Herren rund 5700 Punkte, bei den Damen etwa 5900 Punkte auf. Die besten Deutschen kommen jeweils auf rund 4600 bis 4700 Punkte. Bei den Herren können zur Zeit rund 100 deutsche Läufer unter den 2000 Klassierten Punkte vorweisen, gut die Hälfte davon gilt mit einem Durchschnitt von über 600 Punkten als "Ranked Runner". Bei den Damen sind unter den knapp 1000 Klassierten etwa 50 Läuferinnen mit Punkten dekoriert, davon ebenfalls etwa die Hälfte als "Ranked Runners".

Neben der Einzel-Weltrangliste und der im Weltcup-Artikel angesprochenen Tabelle für die Weltcup-Quoten mit den zehn besten Athleten gibt es noch die "Federation League Table", in der die besten 20 Athleten eines Verbandes ihre Punkte einbringen. Hier liegt Deutschland bei den Herren auf Platz 11, bei den Damen auf Position 12.

Weltranglisten werden auch beim Ski-OL und im Mountainbike-Orientieren geführt. Der Modus hier unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten von der Weltrangliste im Fuß-OL.

Weltrangliste, Stand 22. Oktober 2010


Damen

1. Simone Niggli-Luder (SUI)		5918 Punkte
2. Helena Jansson (SWE) 5855 Punkte
3. Marianne Andersen (NOR) 5826 Punkte
62. Karin Schmalfeld (GER) 4719 Punkte
163. Jenny Seib (GER) 3508 Punkte
178. Christiane Tröße (GER) 3285 Punkte
239. Gunda Fischer (GER) 2684 Punkte


Herren

1. Thierry Gueorgiou (FRA)		5621 Punkte
2. Anders Nordberg (NOR) 5613 Punkte
3. Daniel Hubmann (SUI) 5582 Punkte
128. Leif Bader (GER) 4643 Punkte
162. Christoph Brandt (GER) 4371 Punkte
165. Christian Teich (GER) 4361 Punkte
179. Patrick Hofmeister (GER) 4303 Punkte


Bildquelle: Jan Kocbach (World of O)


Mehr:
Weltcup und Weltrangliste über orientierungslauf.de
Federation League Tabelle

Autor: Ralph Körner & Daniel Härtelt
Eingestellt am 23.10.2010

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