Orientierungslauf in Deutschland


JEC: Susen Lösch holt Diplom

Mit einem 5. Platz von Susen Lösch im Gepäck kehrt die deutsche Mannschaft vom Junior European Cup (JEC) aus Schottland zurück. Neben diesem herausragenden Ergebnis im Sprint konnte das kleine Team vor allem auch auf der Langdistanz überzeugen.

Susen Lösch am Endposten der Langdistanz
Susen Lösch am Endposten der Langdistanz

Auf dem Campus der altehrwürdigen Eliteuniversität St. Andrews waren in der Sprintentscheidung am Freitag vor allem schnelle Entscheidungen und eine hohe Konzentration gefragt. Trickreiche Postenstandorte führten zu einigen Fehlstempeln, auch die deutsche Mannschaft blieb davon nicht verschont. Franz Cruse übersah leider einen Posten und kam dadurch nicht in die Wertung. Besser lief es bei den beiden anderen Junioren. Während Felix Späth über das ganze Rennen nicht in sein Wettkampftempo fand und mit Platz 28 vorlieb nehmen musste, erreichte Bjarne Friedrichs mit einem Rückstand von 1:48 auf den Sieger Kristian Jones (GBR) den 14. Rang. Eine eindrucksvolle Vorstellung lieferte dagegen Susen Lösch in der Kategorie D18 ab. Mit einem sehr gleichmäßigen, kontrollierten Rennen und nur 32 Sekunden Rückstand zur Siegerin Franziska Dörig (SUI) konnte sich die siebzehnjährige Jenenserin den 5. Platz erkämpfen und durfte bei der Siegerehrung ihr verdientes Diplom in Empfang nehmen.

Am Tage danach fand in Pitlochry am Fuße der Highlands das Staffelrennen statt. Das sehr kompakte, aber doch typisch schottische Gelände bot eine spannende Arena, der Zuschauer hatte mehrere Möglichkeiten die Läufer anzufeuern. Die einzige deutsche Staffel lief ein ausgeglichenes Rennen ohne große Fehler, jedoch hatten die drei Jungs während der gesamten Wettkampfdauer stets einen kleinen, aber entscheidenden Rückstand auf die führenden Staffeln. Nach einem spannenden Rennen konnte die österreichische Staffel den Sieg nach Hause holen - bereits zum zweiten Mal nach 2008. Damals war Deutschland knapp geschlagen zweiter, in diesem Jahr steht jedoch nur Platz 11 in der Resultatliste. Mit nur wenig besseren Einzelleistungen wäre da bedeutend mehr drin gewesen.

Franz Cruse im Zieleinlauf der Langdistanz
Franz Cruse im Zieleinlauf der Langdistanz

Die abschließende Langdistanz fand in einem im Gegensatz zur Staffel sehr flachen Küstenwald nahe Dundee statt. Feinkupiertes Gelände und teils grüne Abschnitte sorgten für o-technischen Anspruch, die Laufzeiten waren aufgrund des meist gut belaufbaren Hochwalds allerdings sehr schnell. Das hohe Tempo brachte extrem enge Ergebnisse mit sich. In der Junioren-Kategorie gewann Lucas Basset (FRA) mit 62:12 auf der 11,7 km langen Strecke. Bjarne Friedrichs konnte in seinem letzten internationalen Rennen als Junior noch einmal überzeugen und wurde erneut 14., mit einem Rückstand von 4 Minuten zu Basset. Zum Vergleich: bei der diesjährigen Junioren-WM mit einem wesentlich stärkeren Starterfeld hätte dieser Rückstand für Platz 6 gereicht. Franz Cruse leistete sich leider einen Fehler zu viel und kam auf Platz 24, Felix Späth auf Platz 26. Ein ähnliches Ergebnis wie Bjarne gelang Susen Lösch. Sie wurde 13., ca. 4 Minuten hinter der Siegerin, die abermals Franziska Dörig hieß.

Im Rückblick bot das hervorragend organisierte JEC neben einigen Tiefpunkten auch erfreuliche Ergebnisse des deutschen Nachwuchses. Insbesondere die Ergebnisse von Susen Lösch und Bjarne Friedrichs zeigen, dass der deutsche OL durchaus konkurrenzfähig sein kann - wenn manchmal auch noch ein klein wenig zum großen Erfolg fehlt. Entsprechend zeigte sich Bundestrainer Tim Schröder, für den das JEC der letzte Einsatz als Coach war, auch sehr erfreut über die Resultate in Schottland. Im nächsten Jahr wird sein Nachfolger Josef Neumann das Team leiten.


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Autor: Tim Schröder
Eingestellt am 29.09.2010

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