Orientierungslauf in Deutschland


Durchwachsener Abschluss der Junioren-WM

Von Freud und Leid waren die letzten beiden Entscheidungen der diesjährigen Junioren-WM geprägt, zumindest aus Deutscher Sicht. Während Christoph Prunsche im A-Finale über die Mitteldistanz auf einen hervorragenden 25. Platz lief, verkauften sich sowohl die Herren- als auch die Damenstaffel leider unter Wert.

Staffelrennen Herren (Im Hintergrund Christoph Prunsche). Photo by Torben Utzon
Staffelrennen Herren (Im Hintergrund Christoph Prunsche). Photo by Torben Utzon

Die Strecken der Mitteldistanz-Finals am Freitag begannen mit einem hoch anspruchsvollen Teil, der vielen Läufern zum Verhängnis wurde. Nach der technisch nicht übermäßig schwierigen Qualifikation unterschätzten auch einige Deutsche den so wichtigen Einstieg ins Rennen und verloren zum Teil deutlich gegenüber der Spitze. So auch Bjarne Friedrichs, er hatte nach einem mehrminütigen Fehler am zweiten Posten mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun und reihte sich auf Platz 55 des mit 61 Startern besetzten A-Finals ein. Wesentlich besser konnte Christoph Prunsche mit dieser Situation umgehen. Er spielte nach der verschenkten Langdistanz seine läuferische und technische Stärke aus und konnte den 25. Rang belegen, mit 4:11 min. Rückstand auf den neuen Weltmeister Gaute Hallan Steiwer (Norwegen), der allerdings an diesem Tag eine Klasse für sich war und mit einem Vorsprung von 1:09 gewann. Der beste Nichtskandinavier folgte erst auf Rang 6. Der dritte deutsche Starter, Matthias Kretzschmar, kam in einem nicht fehlerfreien Lauf auf Platz 47. Weltmeisterin wurde die Schwedin Tove Alexandersson, die nach ihren zwei Goldmedaillen favorisierte Ida Bobach (Dänemark) konnte verletzungsbedingt nicht an den Start gehen.

Als letzte Entscheidung stand am Samstag traditionell die Staffel auf dem Programm. Das Wettkampfgebiet ca. 30 km südlich von Aalborg unterschied sich grundlegend von den durch Dünen und Krüppelkiefern geprägten Küstenwäldern der vorangegangenen Tage. Zu großen Teilen offene, von Heidekraut bewachsene Hänge mit respektablen Höhenunterschieden verlangten den Läufern alles ab. Die hochsommerlichen Temperaturen von knapp unter 30 °C sowie die extrem fordernden Bahnen mit zum Teil über 5% Steigung taten ein weiteres. In dieser sprichwörtlichen Hitzeschlacht lief es für die deutschen Staffeln leider nicht wie geplant. Das Herrenteam mit Christoph Prunsche als Startläufer lag am Kartenwechsel bei ca. 50% der Strecke noch sehr aussichtsreich in der Verfolgergruppe. Leider unterlief ihm direkt danach ein folgenschwerer Fehler, bei dem er auf der lang gegabelten Bahn einen Posten überlief und das erst sehr spät bemerkte. Ein Fehler übrigens, der mehreren Teams zum Verhängnis wurde - das schweizerische Damenteam fing sich hier gar einen Fehlstempel ein. Trotz eines harten Kampfes gelang es Christoph nun nicht mehr, den Anschluss wieder herzustellen. Die beiden übrigen Läufer, Bjarne Friedrichs und Franz Cruse, lieferten trotz der widrigen Ausgangsbedingungen sehr gute Rennen ab und konnten die Staffel so auf einen 14. Platz retten. Schade, an diesem Tag wäre durchaus eine wesentlich bessere Platzierung möglich gewesen. Ganz ähnlich erging es dem Damenteam, wo Johanna Schmidt als zweiter Läuferin einen identischen Fehler beging und so viel Zeit verlor. Gemeinsam mit Josephine Greiner (Start) und Anna Biller kam die deutsche Damenstaffel so nur auf den 21. Rang.

Mit den Staffelweltmeistern Norwegen (Herren) und Dänemark (Damen) ging eine abwechslungsreiche Junioren-WM zu Ende, die vor allem für die gastgebenden Dänen ein großer Erfolg war. Einige organisatorische Defizite warfen zwar kleinere Schatten über die Veranstaltung, aber vor allem die Wettkämpfe konnten mit sehr guten Karten und mehrheitlich guten Bahnen überzeugen.

Photo by Torben Utzon - Quelle


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Autor: Tim Schröder
Eingestellt am 11.07.2010

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